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31 Aufbau von sorgenden Gemeinschaften für die häusliche Langzeitpflege

 

Möchten in Zukunft mehr Menschen trotz Krankheiten oder Behinderungen zu Hause wohnen bleiben, braucht es neue Konzepte. Die Studie entwickelt, implementiert und evaluiert gemeinsam mit Beteiligten und Betroffenen neue Modelle von "sorgenden Gemeinschaften" in drei Regionen in der Deutschschweiz.

Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

An drei unterschiedlichen Standorten in der Deutschschweiz werden in „Living Labs“ (Realumgebungen) Modelle sorgender Gemeinschaften aufgebaut. Diese arbeiten unabhängig voneinander, tauschen sich aber regelmässig über ihre Erfahrungen aus. An Startevents werden lokale Akteure aus Pflege und Politik, aber auch Patientinnen und Patienten sowie Angehörige und die Zivilgesellschaft für eine Mitwirkung gewonnen. Zuerst wird eine gemeinsame Typologie der häuslichen Versorgungsbedürfnisse erstellt. Anschliessend werden mittels partizipativer Methoden innovative Modelle und Angebote entwickelt, welche vor Ort umgesetzt und evaluiert werden. Dabei werden nach Bedarf auch Technik-Anwendungen eingeführt. Schliesslich werden die gewonnenen Erkenntnisse so aufbereitet, dass für weitere interessierte Akteure eine inspirierende Starthilfe bereitsteht.

Hintergrund

Die ganzheitliche Langzeitversorgung bildet eine wichtige Voraussetzung, damit Menschen trotz gesundheitlichen Einschränkungen zu Hause wohnen bleiben können. Diese umfasst nicht nur die gesundheitliche Pflege, sondern auch Dienstleistungen wie Kochen, Putzen oder die Ermöglichung sozialer Teilhabe. Da sich aktuelle Gesundheitspolitiken überwiegend auf gesundheitliche Aspekte konzentrieren, sind neue Konzepte erforderlich. Modelle sogenannter "sorgender Gemeinschaften" können helfen, die bestehenden Lücken in der umfassenden Versorgung zu schliessen.

Ziel

Ziel der Studie ist es erstens, Wissenslücken in Bezug auf die häuslichen Versorgungsbedürfnisse und -leistungen zu füllen. Zweitens sollen Modelle von "sorgenden Gemeinschaften" zur umfassenden häuslichen Versorgung entwickelt, umgesetzt und evaluiert werden. Drittens sollen die gewonnenen Erkenntnisse über das Studiensetting hinaus verbreitet werden. Übergeordnetes Ziel ist es, dazu beizutragen, dass Sorgearbeit als zentrale Gesellschaftsaufgabe verstanden wird.

Bedeutung

Die Studie liefert nicht nur eine Wissensgrundlage zu den häuslichen Versorgungsbedürfnissen und -leistungen, sondern auch konkrete Umsetzungserfahrungen aus drei unterschiedlichen Regionen. Diese werden in einer Toolbox zusammengefasst und weiterverbreitet. Die Studie leistet somit einen relevanten Beitrag, um die Vision von Pflege als demokratische Gemeinschaftsaufgabe in der Praxis zu verwirklichen.

Originaltitel

Innovative Home Care Models for People with Comprehensive Care Needs: Caring Community Living Labs

Projektverantwortliche

Hauptgesuchstellerin:

  • Dr. Heidi Kaspar, Kalaidos University of Applied Science, Careum Research, Zürich

Weitere Gesuchstellende:

  • Prof. Claudia Müller, IT für die Alternde Gesellschaft, Institut für Wirtschaftsinformatik, Universität Siegen, Deutschland

Projektpartnerinnen und –partner:

  • Frau Christina Brunnschweiler, Spitex Zürich Limmat AG
  • Frau Arda Teunissen, Spitex Verband Kanton Zürich
  • Frau Verena Bieri, Spitex Knonaueramt, Rottenschwil
  • Frau Franziska Marty, Municipality of Obfelden
  • Herr Matthias Roth, Spitex AareGürbetal, Münsingen

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Dr. Heidi Kaspar Kalaidos University of Applied Science
Careum Research
Pestalozzistrasse 3 8032 Zürich +41 76 563 67 52 heidi.kaspar@careum.ch