Navigation

18 Verkürzt die systematische interprofessionelle Zusammenarbeit die Aufenthaltsdauer im Spital?

 

Eine verbesserte interprofessionelle Zusammenarbeit soll die Dauer des Spitalaufenthalts für Patientinnen und Patienten mit Mehrfacherkrankungen bei gleichem Behandlungserfolg verkürzen. Die Studie untersucht die Wirksamkeit und Generalisierbarkeit von interprofessionellen Instrumenten.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Mindestens fünf Akutspitäler mit insgesamt 45‘000 Patienten beteiligen sich an der Studie. Ab Spitaleintritt erfassen die zuständigen Ärztinnen und Ärzte, die Pflegefachpersonen und der Sozialdienst mit spezifischen interprofessionellen Instrumenten die Daten zum Aufenthalt, zur Entlassung sowie zum allfälligen Wiedereintritt. Zudem werden die Patienten 30 Tage nach der Entlassung telefonisch zu ihrer Zufriedenheit und zum Gesundheitszustand befragt. Der Vergleich der Patientendaten vor, während und nach Einführung der interprofessionellen Instrumente und mit Patientendaten von nicht beteiligten Spitälern soll Hinweise auf die Wirksamkeit der Instrumente geben. Weiter werden Unterschiede und Hürden in der interprofessionellen Zusammenarbeit sowie Gründe für verzögerte Spitalentlassungen analysiert. Die Daten sollen in ein Monitoring der Behandlungsqualität (so genanntes Cockpit) einfliessen.

Hintergrund / Ausgangslage

Stationäre Spitalbehandlungen – insbesondere von älteren Patienten mit Mehrfacherkrankungen – tragen massgeblich zur Kostenexplosion im Gesundheitswesen bei. In den Spitälern fehlen jedoch evidenzbasierte Daten und alltagsrelevante Instrumente, um die Dauer und Qualität der stationären Behandlungen sowie die Überweisungen an andere Abteilungen oder Institutionen zu optimieren und zu vergleichen. Am Kantonsspital Aarau entwickelte interprofessionelle Instrumente sollen hier mithilfe des elektronischen Klinik-Informationssystems eine Lücke füllen.

Ziele

Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit der interprofessionellen Instrumente in Bezug auf die Dauer des stationären Spitalaufenthalts zu untersuchen. Zudem soll die interprofessionelle Zusammenarbeit optimiert und ein patientenzentriertes Monitoring der stationären Behandlungsqualität etabliert werden.

Bedeutung / Anwendung

Das Produkt der Studie bilden validierte Instrumente für die interprofessionelle Zusammenarbeit sowie ein Monitoring zur Behandlungsqualität im Spital. Die Studie generiert zudem Daten zur Handhabung der interprofessionellen Zusammenarbeit, zu Übergangsprozessen sowie zu polymorbiden älteren Patienten.

Originaltitel

Integrative Hospital Treatment in Older patients to benchmark and improve Outcome and Length of stay – the In-HospiTOOL study

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Prof. Dr. med. Beat Müller, Medizinische Universitätsklinik, Kantonsspital Aarau

Weitere Gesuchstellende:

  • Prof. Philipp Schütz, Abteilung Nephrologie, Bereich Medizin, Kantonsspital Aarau
  • Dr. Alexander Kutz, Kantonsspital Aarau
  • Prof. Sabina De Geest, Medizinische Fakultät, Universität Basel

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. med. Beat Müller Chefarzt Medizinische Universitätsklinik Allgemeine Innere & Notfallmedizin Endokrinologie, Diabetologie & Metabolismus Bereichsleiter Medizin Mitglied der Geschäftsleitung KSA AG Kantonsspital Aarau Tellstrasse H7 5001 Aarau +41 62 838 68 18 happy.mueller@unibas.ch

Zu diesem Thema