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06 Optimierung der Medikation in Alters- und Pflegeheimen

 

Durch das Absetzen oder die Reduktion von ungeeigneten Medikamenten – das sogenannte Deprescribing – können der Gesundheitszustand und die Lebensqualität von älteren Menschen verbessert werden. Ziel der Studie ist die Entwicklung eines berufsübergreifenden Ansatzes für das Deprescribing in Alters- und Pflegeheimen.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Das Potenzial für die Optimierung der Medikation in den Alters- und Pflegeheimen der Kantone Waadt und Freiburg wird basierend auf vorhandenen Daten abgeschätzt. Zudem werden die Akzeptanz und Machbarkeit eines Verfahrens für das Deprescribing untersucht. Mittels einer randomisierten Kontrollstudie wird die Wirksamkeit des Verfahrens gemessen. In einem ersten Schritt wird die Medikation der Heimbewohnerinnen und -bewohner in berufsübergreifenden Qualitätszirkeln geprüft und angepasst. Für besonders komplexe Fälle schlagen Apothekerinnen und Apotheker eine vertiefte Überprüfung der Medikation unter Einbezug der Patientinnen und Patienten, dem Pflegepersonal und dem ärztlichen Personal vor.

Hintergrund / Ausgangslage

Die Gesundheit älterer Heimbewohnerinnen und -bewohner ist oft geschwächt und die Medikamentenversorgung kompliziert. In Alters- und Pflegeheimen der Kantone Freiburg und Waadt werden Fragen zur Medikation seit mehreren Jahren von Pflegenden, Ärztinnen und Apotheker gemeinsam bearbeitet, was zu Kosteneinsparungen bei Medikamenten führt. Dieses berufsübergreifende Zusammenarbeitsmodell kann genutzt werden, um die Möglichkeiten und Grenzen des Deprescribings im Hinblick auf eine optimale Medikamentensicherheit und -wirksamkeit zu untersuchen.

Ziele

Ziel der Studie ist es, ein berufsübergreifendes Zusammenarbeitsmodell für das Deprescribing in Alters- und Pflegeheimen zu entwickeln. Es wird untersucht, wie sich das Modell auf die Medikation, den Gesundheitszustand und die Lebensqualität der Betroffenen auswirkt. Weiter werden die finanzielle und organisatorische Machbarkeit und die Akzeptanz seitens der Betroffenen analysiert.

Bedeutung / Anwendung

Die Studie entwickelt und prüft berufsübergreifende Verfahren für die Optimierung der Medikation von Bewohnerinnen und Bewohnern in Alters- und Pflegeheimen, die auch auf andere Kantone übertragen werden können. Ferner können die Ergebnisse für andere Bereiche (Spitalaustritt) oder weitere vulnerable Patientengruppen (ältere Personen im eigenen Zuhause) verwendet werden.

Originaltitel

Opportunities and limits of deprescribing for older people in nursing homes (OLD-NH)

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Prof. Olivier Bugnon, Section des sciences pharmaceutiques, Pharmacie Communautaire, Université de Genève, Université de Lausanne

Weitere Gesuchstellende:

  • Dr. Anne Niquille, Policlinique Médicale Universitaire, Université de Lausanne

Projektpartnerinnen und -partner:

  • Dr. Pierluigi Ballabeni, Institut universitaire de médecine sociale et préventive, Faculté de biologie et médecine, Université de Lausanne
  • Dr. Clémence Perraudin, Centre de Pharmacie Communautaire, Section des sciences pharmaceutiques, Université de Genève, Université de Lausanne
  • Prof. Rose-Anna Foley, Haute Ecole de Santé Vaud (HESAB), Unité de recherché en santé, Haute Ecole Spécialisée de Suisse occidentale (HES-SO)
  • Dr. Pierre-Olivier Lang, Service de gériatrie et réadaptation gériatrique, Faculté de biologie et médecine, Université de Lausanne

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Olivier Bugnon Section des sciences pharmaceutiques Pharmacie Communautaire Université de Genève, Université de Lausanne Pharmacien chef et Responsable qualité Policlinique Médicale Universitaire Rue du Bugnon 44 1011 Lausanne +41 21 314 48 42 Olivier.Bugnon@hospvd.ch

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