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05 Mit Case Management die Notfallstationen entlasten

 

Die Notfallstationen in der Schweiz sind grösstenteils überlastet. Mitverantwortlich dafür ist eine kleine Gruppe von Patientinnen und Patienten, die den Notfall überdurchschnittlich beansprucht. Die Einführung einer Massnahme nach dem Prinzip des Case Managements könnte Abhilfe schaffen.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Das Case Management zielt auf Besucherinnen und Besucher der Notfallstationen, die sich mindestens fünf Mal pro Jahr in eine Notfallabteilung begeben. Die Spitäler werden in drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe soll im Rahmen des Case Managements intensive Unterstützung erhalten, analog zum Case Management in Lausanne, die zweite Gruppe wird etwas weniger intensiv unterstützt und in der dritten Gruppe werden keine Änderungen vorgenommen. Danach wird die Einführung des Case Managements in allen drei Spitalgruppen nach folgenden Kriterien evaluiert: Die Nutzung der Notfalldienste, die Beanspruchung der sozialmedizinischen Leistungen, die Lebensqualität der im Rahmen des Case Managements betreuten Personen sowie die Kosten für die verschiedenen Varianten.

Hintergrund / Ausgangslage

Die Schweizer Notfallstationen werden von einer kleinen Gruppe Patientinnen und Patienten überbeansprucht. Am Universitätsspital Waadt entfallen zwölf Prozent der Notfall-Konsultationen auf vier Prozent der Patienten. Oft gehen die Konsultationen auf das Konto von Patientinnen und Patienten mit hochkomplexem sozioökonomischem Hintergrund, etwa aufgrund von chronischen Krankheiten oder suchtbedingten psychischen Krankheiten. Studien zeigen, dass die Notfallstationen durch die Einführung des Case Managements bei wiederkehrenden Patientinnen und Patienten entlastet werden könnten.

Ziele

Ziel der Studie ist es, das Case Management für häufige Nutzerinnen und Nutzer der Notfallstationen in verschiedenen Notfalleinrichtungen einzuführen. Dabei soll das Case Management in den verschiedenen Spitälern der Westschweiz schrittweise eingeführt werden, um die Umsetzung und Wirkung der Massnahme untersuchen zu können.

Bedeutung / Anwendung

Mit dem erarbeiteten Modell soll die überdurchschnittliche Beanspruchung von Notfallstationen in der Schweiz vermieden werden. Wiederkehrende Patientinnen und Patienten mit komplizierten Krankheitsbildern werden an geeignetere Stellen verwiesen. Das Modell kann in allen Schweizer Spitälern zur Entlastung der Notfallstation angewendet werden.

Originaltitel

Implementing a case management intervention for frequent users of the emergency department: a multicenter study in Switzerland (I-CaM)

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Prof. Patrick Bodenmann, Centre des populations vulnérables (CPV), Université de Lausanne

Weitere Gesuchstellende:

  • Dr. Judith Griffin, Policlinique Médicale Universitaire, Université de Lausanne
  • Dr. Olivier Hugli, Centre interdisciplinaire des urgences, Université de Lausanne
  • Prof. Jean-Bernard Daeppen, Centre de Traitement en Alcoologie, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV)

Projektpartnerinnen und -partner:

  • Dr. Joanna Moullin, Child & Adolescent Services Research Center Department, Psychiatry University of California, San Diego
  • Dr. Donna Zulman, Division of General Medical Discipline, Department of Medicine, Stanford University

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Patrick Bodenmann Titulaire de la Chaire de médecine des populations vulnérables UNIL
Université de Lausanne Médecin adjoint, responsable du Centre des populations vulnérables (CPV) PMU
Policlinique médicale universitaire
Rue du Bugnon 44
Bureau BU44/06/2202
1011 Lausanne +41 21 314 49 37 patrick.bodenmann@hospvd.ch

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