Navigation

04 Soziale Ungleichheiten in der stationären Gesundheitsversorgung in der Schweiz

 

Die Gesundheit eines Menschen wird durch seine soziale Lage mitbestimmt. In der Schweiz besteht jedoch wenig Wissen über das Zusammenspiel von sozioökonomischen und sozialen Faktoren, gesundheitlichen Beeinträchtigungen und Versorgungsleistungen. Hier setzt die Studie an.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Die bestehenden medizinischen und sozioökonomischen Daten werden in einer neuen Datenbank anonymisiert zusammengeführt und verknüpft. Diese umfasst Daten von 600`000 Personen im Alter ab 15 Jahren mit insgesamt 80`000 Hospitalisierungen. Anschliessend werden die Zusammenhänge zwischen Merkmalen der stationären Behandlung und Nachsorge sowie der sozialen Lage und der Zugehörigkeit zu einer vulnerablen Gruppe statistisch analysiert. Die Ergebnisse werden in Fokusgruppen mit Patientinnen und Patienten sowie Fachpersonen aus dem Bereich Medizin, Migration und Soziales qualitativ vertieft. Es werden Ansätze entwickelt, wie die Versorgungsqualität für vulnerable Gruppen verbessert werden kann.

Hintergrund / Ausgangslage

Daten zeigen, dass ein niedriger sozialer Status mit einem grösseren Krankheits- und Sterberisiko verbunden ist. Um die Versorgungsqualität zu verbessern, braucht es vertieftes Wissen zu entsprechenden Krankheitsbildern und medizinischen Behandlungen sowie zur Versorgung von betroffenen Bevölkerungsgruppen. In der Schweiz existiert jedoch keine Datenbasis, um diese Zusammenhänge untersuchen zu können. Der Grund liegt darin, dass die Daten aus dem Gesundheitsbereich nicht mit den Daten aus dem Sozialbereich verknüpft sind.

Ziele

Ziel der Studie ist es, Spitaldaten mit Daten zur sozialen Lage zu verknüpfen. Auf dieser Basis sollen Zusammenhänge zwischen sozioökonomischen und sozialen Faktoren, spezifischen chronischen Krankheiten, der Inanspruchnahme und der Ergebnisqualität von Spitalleistungen identifiziert werden.

Bedeutung / Anwendung

Die Studie trägt dazu bei, die Gesundheitsversorgung von vulnerablen Gruppen zu verbessern, soziale Ungleichheiten in der Versorgung zu reduzieren und somit zu einem besseren Gesundheitszustand der Schweizer Bevölkerung beizutragen. Zudem schafft sie eine Grundlage, um ein Monitoring der sozioökonomischen und sozialen Faktoren in der Gesundheitsversorgung zu etablieren. Es ist ausserdem vorgesehen, geeignete Indikatoren in nationale Gesundheitsmonitorings zu überführen.

Originaltitel

Social Inequalities and Hospitalisations in Switzerland SIHOS

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Dr. sc. nat. Lucy Bayer-Oglesby, Institut Soziale Arbeit und Gesundheit, Fachhochschule Nordwestschweiz

Projektpartnerinnen und -partner:

  • Marcel Widmer, Observatoire Suisse de la santé (Obsan), Neuchâtel
  • Prof. Daniel Zahnd, Medizintechnik, Berner Fachhochschule
  • Dr. Carlos Quinto, Department of Public Health, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH), Basel

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Dr. sc. nat. Lucy Bayer-Oglesby Fachhochschule Nordwestschweiz
Hochschule für Soziale Arbeit
Institut Soziale Arbeit und Gesundheit
Riggenbachstrasse 16 4600 Olten +41 62 957 25 28 lucy.bayer@fhnw.ch

Zu diesem Thema