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26 Wie beeinflussen Richtlinien und Empfehlungen die medizinische Behandlung?

 

Chronische Krankheiten werden je nach Region unterschiedlich behandelt. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Wahl der Behandlung. In der Studie wird untersucht, wie gross der Einfluss von medizinischen Richtlinien und Empfehlungen ist und wie ihr Nutzen optimiert werden kann.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Zuerst werden für ausgewählte chronische Krankheiten mögliche Behandlungsarten ermittelt und die zugehörigen medizinischen Richtlinien und Empfehlungen analysiert. Anhand von Abrechnungsdaten einer grossen Krankenversicherung werden regionale Unterschiede in der Behandlung untersucht. Zudem wird der Zusammenhang zwischen der Wahl der Behandlung und den verfügbaren medizinischen Richtlinien und Empfehlungen analysiert. Wir prüfen die These, nach der die regionalen Behandlungsunterschiede umso geringer sind, je besser die Qualität und die Verankerung der Richtlinien und Empfehlungen sind. Schliesslich wird untersucht, wie sich regionale Unterschiede in der Behandlung auf die Gesundheitskosten, die Spitaleinweisungen sowie allenfalls auf die Sterblichkeit auswirken.

Hintergrund / Ausgangslage

Die Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen variiert sowohl über die Zeit als auch zwischen den Regionen beträchtlich. Mögliche Gründe sind der medizinische Fortschritt, unterschiedliche Bedürfnisse der Menschen und der unterschiedliche Stellenwert von präventiven Massnahmen. Grosse regionale Unterschiede können auf eine Unter- oder Überversorgung von Bevölkerungsgruppen hinweisen. Diese ist – gerade im Bereich der chronischen Krankheiten – mit bedeutenden Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung und die Gesundheitskosten verbunden.

Ziele

Das Ziel der Studie ist es, aufzuzeigen und zu beschreiben, welche regionalen Unterschiede in der Behandlung von chronischen Krankheiten bestehen. Insbesondere wird untersucht, wie medizinische Richtlinien und Empfehlungen die Wahl der Behandlung beeinflussen und wie ihr Nutzen erhöht werden kann.

Bedeutung / Anwendung

Die Studie liefert einen Überblick über medizinische Richtlinien und Empfehlungen zur Behandlung von chronischen Krankheiten. Sie zeigt auf, wie diese Richtlinien und Empfehlungen die Wahl der Behandlung beeinflussen und gibt Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten, um einer Über- oder Unterversorgung von chronisch Kranken entgegenzuwirken.

Originaltitel

Geographic variation in the utilisation of health care interventions: what is the role of recommendations and other influences?

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Prof. Dr. Matthias Schwenkglenks, MPH, Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention, Universität Zürich

Weitere Gesuchstellende:

  • Dr. Holger Dressel, Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention, Universität Zürich
  • Dr. Viktor von Wyl, Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention, Universität Zürich
  • Dr. Klazien Matter-Walstra, European Center of Pharmaceutical Medicine (ECPM), Universität Basel

Projektpartnerinnen und -partner:

  • Dr. Oliver Reich, Department of Health Sciences, Helsana Insurance Group
  • Prof. Leonhard Held, Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention, Universität Zürich

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Matthias Schwenkglenks Leiter Arbeitsbereich Medizinische Ökonomie Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention (EBPI) Universität Zürich Hirschengraben 84 8001 Zürich +41 44 634 47 04 matthias.schwenkglenks@uzh.ch

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