Navigation

33 Nutzung von Simulationsmodellen für eine bessere Versorgung von chronisch kranken Menschen in der Schweiz

 

Wie kann die Gesundheitsversorgung in der Schweiz optimal auf die Bedürfnisse von chronisch kranken Menschen ausgerichtet werden? Die Studie modelliert die Auswirkungen von gesundheitspolitischen Entscheidungen und formuliert Empfehlungen für eine Neuausrichtung des Versorgungsystems.

Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

In der ersten Projektphase wird zusammen mit Forschungspartnern und Entscheidungsträgern eine Systemabbildung der gegenwärtigen Pflege chronisch Kranker erarbeitet. Diese Abbildung ist ein qualitatives, konzeptionelles Modell, welches wichtige Einflussfaktoren sowie deren Beziehungen untereinander in einem System visualisiert. Darauf aufbauend wird in der zweiten Projektphase ein quantitatives Simulationsmodell erstellt, welches Kernelemente und deren Beziehungen im Pflegesystem chronisch Kranker mathematisch erfasst. Der Nutzen eines solchen Simulationsmodells liegt im Wesentlichen in zwei Bereichen: (i) in der Abschätzung zukünftiger Entwicklungen im Versorgungssystem chronisch Kranker; und (ii) in der Evaluation angedachter gesundheitspolitischer Reformen sowie in der Entwicklung neuer Reformvorschläge.

Hintergrund

Obwohl immer mehr Menschen chronisch krank sind und Langzeitpflege benötigen, ist das Schweizer Gesundheitssystem noch stark auf die Akutversorgung ausgerichtet. Um diese Patientengruppe besser zu versorgen und die knappen Gesundheitsressourcen effizienter einzusetzen, braucht es eine Anpassung des Versorgungssystems an den tatsächlichen Bedarf.

Ziel

Ziel der Studie ist es, Empfehlungen zu formulieren, wie das heutige Gesundheitssystem besser auf die Versorgung von chronisch kranken Menschen ausgerichtet werden kann. Zu diesem Zweck wird ein Modell des heutigen Versorgungssystems chronisch Kranker entwickelt, welches es erlaubt, die Auswirkungen von unterschiedlichen gesundheitspolitischen Entscheiden auf die Qualität und die Kosten der Versorgung sowie auf die Patientenzufriedenheit zu testen.

Bedeutung

Die Studie bietet eine optimale Plattform für einen kontinuierlichen Dialog der relevanten Stakeholder über die Versorgung von chronisch kranken Menschen in der Schweiz. Als Produkte resultieren erstens ein breit abgestütztes qualitatives Modell des heutigen Versorgungssystems chronisch Kranker; zweitens ein Simulationsmodell, welches dazu dient, die Konsequenzen von gesundheitspolitischen Entscheidungen zu analysieren; drittens ein Bericht über die analysierten Entscheidungen; und viertens konkrete Empfehlungen für die zukünftige Ausgestaltung des Versorgungssystems in der Schweiz.

Originaltitel

Projecting the impact of health policy changes for Swiss patients with chronic conditions using simulation modeling

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Prof. Lukas Schönenberger, Departement Gesundheit, Institut für Gesundheitspolitik, Berner Fachhochschule

Weitere Gesuchstellende:

  • Prof. Sebastian Gurtner, Institut für Unternehmensentwicklung, Departement Wirtschaft, Berner Fachhochschule
  • Professor Rudolf Blankart, Kompetenzzentrum für Public Management, Universität Bern
  • Prof. Urs Brügger, Departement Gesundheit der Berner Fachhochschule

Projektpartnerinnen und –partner:

  • Mrs. Angela Burden, Mississauga Halton Local Health Integration Network, Mississauga, Canada
  • Professor David Matchar, Health Services and Systems Research Program, Duke-NUS Graduate Medical School, Singapore
  • Professor John Ansah, Health Services and Systems Research Program, Duke-NUS Graduate Medical School, Singapore
  • Herr Sebastian Becker, Inselspital, Universitätsspital, Bern
  • Dr. David Srivastava, Universitäres Notfallzentrum, Inselspital, Universitätsspital, Bern
  • Prof. Andreas Schönenberger, Geriatrische Universitätsklinik, Spital Tiefenau

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Lukas Schönenberger Departement Gesundheit
Institut für Gesundheitspolitik
Berner Fachhochschule
Murtenstrasse 10 3008 Bern +41 79 299 02 43 lukas.schoenenberger@bfh.ch