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21 Standardisiertes Assessment- und Berichterstattungssystem für Informationen zur Funktionsfähigkeit unterstützt Qualitätsberichte und individuelle Rehabilitation

 

Ziel der Rehabilitation von Menschen mit einem Gesundheitsproblem ist die Optimierung dessen, was jemand im Alltag machen kann und möchte. Diese "Funktionsfähigkeit" wird mit unterschiedlichen Instrumenten gemessen und beurteilt. Eine Voraussetzung, dass die erhobenen Daten unabhängig vom Messinstrument über den gesamten Behandlungsverlauf miteinander verglichen werden können, bildet der Einsatz eines standardisierten Assessment- und Berichterstattungssystems (StARS).

​Porträt / Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

Zuerst wurden vorhandene Daten zur Funktionsfähigkeit basierend auf dem internationalen Standard zur erlebten Gesundheit harmonisiert. Auf dieser Basis wurde analysiert, wie sich die Funktionsfähigkeit von Menschen im Verlauf der Rehabilitation entwickelt und welche Faktoren diese Entwicklung beeinflussen. Weiter wurde der aktuelle Stand der Forschung auf dem Gebiet der Vorhersagemodelle zur Funktionsfähigkeit in der Rehabilitation am Beispiel der Rückenmarksverletzung untersucht. Schliesslich wurde aufbauend auf den Projektergebnissen ein Stakeholderdialog mit relevanten Akteuren des Schweizer Gesundheitssystems durchgeführt, um Strategien zur Umsetzung der Erkenntnisse in der klinischen Rehabilitation und im nationalen Qualitätsmanagement zu entwickeln. Durch den Einbezug der Beteiligten konnte Praxiswissen genutzt und der Wissenstransfer sowie der Implementierungsgedanke gestärkt werden.

Hintergrund / Ausgangslage

In der Rehabilitation von Menschen mit chronischen Krankheiten ist das primäre Ziel nicht die Heilung, sondern die optimale Funktionsfähigkeit im Alltag. Informationen zur Funktionsfähigkeit werden als Grundlage für klinische Entscheidungen sowie für die Beurteilung der gesundheitlichen Outcomes verwendet und mittels einer Vielzahl von unterschiedlichen medizinischen Tests und Assessments systematisch überprüft. Dadurch sind diese Informationen oftmals in unterschiedlichen Formaten und Systemen erfasst, was die Vergleichbarkeit von Daten zur Funktionsfähigkeit von Patienten/-innen in unterschiedlichen Settings und zu verschiedenen Zeitenpunkten erschwert.

Ziele

Ziel der Studie war die Entwicklung eines standardisierten Assessment- und Berichterstattungssystems für Informationen zur Funktionsfähigkeit von Menschen mit chronischen Krankheiten basierend auf harmonisierten Daten sowie dem internationalen Standard zur erlebten Gesundheit. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Daten für Forschung und Praxis zur Verfügung stehen, aber auch bereits vorliegende Funktionsfähigkeitsmessungen weiterhin genutzt werden können. Zudem wurden Strategien für die Einführung dieses Berichterstattungssystems in das nationale Qualitätsmanagement und in die klinische Entscheidungsfindung entwickelt.

Resultate

Das Projekt zeigte, dass es möglich ist, eine standardisierte Berichterstattung, auf einer intervallskalierten Referenzmetrik, zur Funktionsfähigkeit der Patienten/-innen zu entwickeln. Auf diese Weise konnten Daten von Kliniken miteinander vergleichen werden, die unterschiedliche Messinstrumente verwendeten. Die berichteten Rehabilitationsergebnisse der intervallskalierten Berichterstattung fallen im Vergleich zur ordinalskalierten tendenziell kleiner aus, sind aber präziser gemessen. Weiter untersuchte das Projekt die Funktionsfähigkeit von Patienten/-innen mit Rückenmarkverletzungen in der Erstrehabilitation und identifizierte vier Klassen von Funktionsfähigkeitsverläufen während der Rehabilitation sowie potenzielle Prädikatoren der unterschiedlichen Verläufe. Weiter unterstrich eine Literaturrecherche, dass das Potenzial von Prognosemodellen für die Funktionsfähigkeit auf dem Gebiet der Rehabilitation von Rückenmarkverletzungen bei weitem nicht ausgeschöpft ist.

Bedeutung / Anwendung

Bedeutung der Resultate für die Forschung und Praxis

Das StARS-Projekt demonstriert die grundlegenden methodologischen Elemente für die Entwicklung eines standardisierten Assessment- und Berichterstattungssystems für Informationen zur Funktionsfähigkeit für den Einsatz in der Rehabilitation. Das Projekt zeigte ebenfalls auf, dass Daten zur Funktionsfähigkeit, welche mit etablierten Messinstrumenten erhoben wurden, in einem standardisierten Berichterstattungssystem harmonisiert werden können. Ein solches System unterstützt sowohl die Überwachung der individuellen Rehabilitation als auch die Berichterstattung von Qualität in der Rehabilitation.

Originaltitel

Enhancing continuous quality improvement and supported clinical decision making by standardized reporting of functioning

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Prof. Dr. Gerold Stucki, Schweizer Paraplegiker-Forschung, Guido A. Zäch Institut, Nottwil

Weitere Gesuchstellerin:

  • Dr. Birgit Prodinger, Schweizer Paraplegiker-Forschung, Guido A. Zäch Institut, Nottwil

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Gerold Stucki Schweizer Paraplegiker-Forschung Guido A. Zäch Strasse 4 6207 Nottwil +41 41 939 65 70 gerold.stucki@paraplegie.ch

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