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19 Optimierte Medikation und Kommunikation bei Spitalaustritt

 

Die Medikamentenlisten von Patientinnen und Patienten werden immer länger. Dies führt zu unerwünschten Wechselwirkungen und Gesundheitsbeeinträchtigungen. Die systematische Überprüfung der Medikamente bei Spitalaustritt und die standardisierte Kommunikation mit den Hausärztinnen und Hausärzten kann hier eine entscheidende Verbesserung bringen.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Um die Spitalärzte für die Anwendung der entsprechenden Tools zu befähigen, wird ein Weiterbildungsmodul entwickelt und an verschiedenen Spitälern eingesetzt. Die Wirkung der Weiterbildung wird mittels einer kontrollierten Studie überprüft. Daten der beteiligten Ärzte und Patienten zur Zeitdauer zwischen Spitalaustritt und Wiedereintritt, zur Zahl der Arztbesuche und Notfallstationsbesuche, zur Zahl und Art der verschriebenen Medikamente, zur Lebensqualität der Patienten sowie zu Aspekten der Kommunikation und der Abläufe werden mit entsprechenden Daten einer Kontrollgruppe verglichen. Im Anschluss werden die Durchführung der Weiterbildung sowie die Kosten evaluiert und Empfehlungen für die Verbreitung formuliert.

Hintergrund / Ausgangslage

Untersuchungen zeigen, dass bei Spitalaustritt die Liste der verschriebenen Medikamente länger ist als bei Spitaleintritt. Die Verschreibung ungeeigneter und/oder zu vieler verschiedener Medikamente wirkt sich negativ aus auf die Gesundheit der Patientinnen und Patienten, die Hospitalisierungsraten und die Gesundheitskosten. Bei der Spitalentlassung braucht es deshalb eine kritische Überprüfung der Medikamentenliste. Unnötige oder ungeeignete Medikamente sollen in Absprache mit Patienten und Hausärzten abgesetzt werden.

Ziele

Ziel der Studie ist es, aufzuzeigen, dass eine systematische Überprüfung und Optimierung der Medikation bei Spitalaustritt – verbunden mit einer gezielten Kommunikation zwischen Spital und Hausarztpraxis – zu weniger Wiedereintritten und besserer Gesundheit der Patienten führt. Zudem werden die Machbarkeit des Ansatzes und dessen Auswirkungen auf die Gesundheitskosten untersucht.

Bedeutung / Anwendung

Die Studie liefert Grundlagen für eine optimierte Medikation und Kommunikation bei Spitalaustritt. Das Weiterbildungsmodul und die Tools können in weiteren Spitälern eingesetzt werden. So wird ein Beitrag für eine bessere Patientengesundheit und tiefere Gesundheitskosten geleistet.

Originaltitel

Improving inappropriate medication and information transfer at hospital discharge. A cluster-randomized controlled trial

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Dr. med. Stefan Neuner-Jehle, Institut für Hausarztmedizin Zürich, Universität Zürich

Weitere Gesuchstellende:

  • Dr. Stefan Markun, Institut für Hausarztmedizin, Universität Zürich
  • Dr. Stefan Zechmann, Institut für Hausarztmedizin, Universität Zürich
  • Prof. Thomas Rosemann, Institut für Hausarztmedizin, Universität Zürich
  • Prof. Oliver Senn, Institut für Hausarztmedizin, Universität Zürich
  • Prof. Nicolas Rodondi, Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM), Universität Bern

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Dr. med. Stefan Neuner-Jehle Institut für Hausarztmedizin Zürich
Universität Zürich
Pestalozzistrasse 24 8091 Zürich +41 44 255 98 55 stefan.neuner-jehle@usz.ch

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