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32 Wie kann die Koordination der Versorgung von chronisch kranken Menschen in der Schweiz verbessert werden?

 

Menschen mit chronischen Erkrankungen sind auf eine gut koordinierte Versorgung angewiesen. Diese Studie analysiert das Potenzial einer besser koordinierten Versorgung in der Schweiz und schlägt neue Versorgungsmodelle und Finanzierungsmechanismen vor, die den Bedürfnissen und Präferenzen der Bevölkerung entsprechen.

Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Im Rahmen des Projekts werden mehrere Datenquellen genutzt, um die Kontinuität der Versorgung bei Menschen über 50 Jahren in der Schweiz sowie die Auswirkungen von Multimorbidität auf die Gesundheitskosten und die Koordination zu messen. In diesen Analysen werden Abrechnungsdaten von Krankenversicherungen sowie Daten von Kohortenstudien und Bevölkerungsbefragungen kombiniert. Anschliessend werden die Präferenzen der Bevölkerung für Massnahmen, die eine bessere Koordination der Versorgung erlauben, wie die Digitalisierung von Patientenakten oder neue Zahlungsmechanismen, mit Hilfe von experimentellen Befragungstechniken untersucht. Die Ergebnisse der ersten Phasen, ergänzt durch strukturierte Diskussionen mit wichtigen Akteuren, werden eine Reihe von innovativen Lösungen hervorbringen. Abschliessend werden die langfristigen Auswirkungen dieser Lösungen, insbesondere auf die Gesundheitskosten, abgeschätzt.

Hintergrund

Der Föderalismus, die unterschiedlichen Interessen der Akteure im Versorgungssystem, die Fragmentierung von Informationen und die Komplexität der bestehenden Finanzierungsmechanismen erschweren die Gewährleistung einer integrierten und gut koordinierten Versorgung in der Schweiz. Menschen mit chronischen Krankheiten sind besonders betroffen, insbesondere ältere, multimorbide Menschen, deren komplexe Behandlung den Einsatz zahlreicher Leistungserbringer erfordert. Diese mangelnde Kontinuität des Versorgungsangebots kann sich negativ auf die Wirksamkeit, die Qualität und die Effizienz der Versorgung auswirken.

Ziel

Ziel der Studie ist es, Rahmenbedingungen für eine verbesserte Koordination der Versorgung in der Schweiz vorzuschlagen und den potenziellen Nutzen neuer Organisations- und Versorgungsmodelle zu messen. Zunächst geht es darum, das Ausmass der Problematik festzustellen und ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse und Präferenzen der Schweizer Bevölkerung im Hinblick auf die Koordination der Versorgung zu erlangen. Schliesslich werden die potenziellen Auswirkungen innovativer Modelle zur Verbesserung der Koordination im Gesundheitssystem gemessen.

Bedeutung

Die Studie zeigt das Potenzial einer verbesserten Koordination der Versorgung in der Schweiz auf und macht konkrete Vorschläge für innovative Organisations- und Finanzierungsmodelle, die in der Bevölkerung auf Akzeptanz stossen und zu einer besseren und effizienteren Versorgung von chronisch kranken Menschen in der Schweiz beitragen könnten.

Originaltitel

How to improve care integration, coordination and continuity? Designing policy from population needs and preferences

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Professeur Joachim Marti, Institut Universitaire de Médecine Sociale, et Préventive – IUMSP, CHUV et Université de Lausanne

 

Weitere Gesuchstellende:

  • Professeur Isabelle Peytremann Bridevaux, Healthcare Evaluation Unit, Institute of Social and Preventive Medicine, University of Lausanne
  • Professeur Joël Wagner, Département de sciences actuarielles, Faculté des Hautes Etudes Commerciales, Université de Lausanne
  • Professeur Olivier Bugnon, Centre de Pharmacie Communautaire, Policlinique Médicale Universitaire, Lausanne
  • Madame Clémence Perraudin, Policlinique Médicale Universitaire, Lausanne

Projektpartnerinnen und –partner:

  • Monsieur Nicolas Krucien, Health Economics Research Unit, University of Aberdeen, Great Britain

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Professeur Joachim Marti Institut Universitaire de Médecine Sociale et Préventive – IUMSP
CHUV et Université de Lausanne
Route de la Corniche 10 1010 Lausanne +41 21 314 72 72 joachim.marti@chuv.ch