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17 Früherkennung von Demenz: Kantonale Politik und ethische Herausforderungen

 

Die Früherkennung von Demenzerkrankungen wirft politische und normative Fragen auf. An der Schnittstelle zwischen Gesundheits- und Sozialpolitik birgt sie auch ethische Dilemmata. In dieser Studie werden die verschiedenen kantonalen Ansätze zur Früherkennung und Frühdiagnose und die damit verbundenen ethischen Herausforderungen beleuchtet.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

In einem ersten Schritt wird eine vergleichende Analyse der in den 26 Kantonen umgesetzten Verfahren zur Früherkennung und Frühdiagnose durchgeführt. Die Analyse stützt sich auf kantonale Daten, eine Umfrage unter medizinischem Fachpersonal sowie Telefongespräche mit Hauptakteuren der Demenzpolitik. In einem zweiten Schritt wird in drei bis vier Kantonen, welche die verschiedenen Ansätze repräsentativ vertreten, eine umfassende Analyse der Ausgestaltung und Umsetzung der Früherkennung und Frühdiagnose von Demenzerkrankungen durchgeführt. Anschliessend werden in Diskussionsgruppen mit Fachpersonen aus medizinischen und sozialen Fachbereichen, mit Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen ethische Aspekte der Früherkennung und Frühdiagnose besprochen.

Hintergrund / Ausgangslage

Demenzerkrankungen werden in der Schweiz in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Mit der Nationalen Demenzstrategie 20142017 bereitet sich das Gesundheitssystem auf die damit verbundenen Herausforderungen vor. Die Strategie konzentriert sich auf die Früherkennung und die Unterstützung der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Für die Umsetzung der Strategie sind die Kantone verantwortlich. Die entwickelten Ansätze unterscheiden sich vor allem in der Organisation und der Ausgestaltung der Früherkennung und Frühdiagnose.

Ziele

Ziel der Studie ist es, ein systematisches und umfassendes Bild der Früherkennung von Demenzerkrankungen mit Schwerpunkt Frühdiagnose in den Schweizer Kantonen zu erstellen. Es soll untersucht werden, wie die ethischen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Diagnose in die verschiedenen Ansätze an der Schnittstelle zwischen Sozial- und Gesundheitswesen integriert werden und wie damit umgegangen wird. Es werden auch Empfehlungen für Best Practices erarbeitet.

Bedeutung / Anwendung

Die Studie formuliert Empfehlungen an die kantonalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, die an der Umsetzung der Früherkennung und Frühdiagnose von Demenzerkrankungen beteiligt sind. Sie trägt auch zum besseren Verständnis der Anknüpfungspunkte zwischen politischen Massnahmen und den damit verbundenen ethischen Aspekten bei.

Originaltitel

Dementia Diagnostic between Cure and Care Policies Practices and ethical issues in the Swiss cantons

Projektverantwortliche

Hauptgesuchstellerin:

  • Prof. Barbara Lucas, Haute école de travail social, Haute Ecole Spécialisée de Suisse occidentale

Weitere Gesuchstellende:

  • Prof. Samia Hurst, Institut Ethique Histoire Humanités (iEH2), Faculté de Médecine, Université de Genève

Projektpartnerinnen und -partner:

  • Prof. Lea Sgier, Department of Political Science Central, European University
  • Dr. Olivier Giraud, LISE CNAM CNRS, Paris

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Barbara Lucas Haute école de travail social HES-SO Genève 28, rue Prévost-Martin
Case postale 80
1211 Genève 4 +41 22 388 94 80 barbara.lucas@hesge.ch

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