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01 Aus den Erfahrungen von Migrantinnen lernen und die Gesundheitsversorgung verbessern

 

Die Schweizerische Gesundheitspolitik will den chancengleichen Zugang zum Gesundheitswesen fördern. Diese Studie analysiert die Erfahrungen von Migrantinnen mit den Versorgungsangeboten bei chronischen Erkrankungen und bezieht die Patientinnen aktiv in die Entwicklung von neuen Ansätzen mit ein.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Die Studie konzentriert sich auf chronisch kranke Migrantinnen portugiesischer, türkischer und deutscher Herkunft sowie auf Schweizerinnen mit chronischen Krankheiten. Diese Gruppen zeigen Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede bezüglich des Gesundheitszustandes und der Nutzung der Versorgungsangebote. Es wird untersucht, wie die Wahrnehmung der eigenen Gesundheit und Versorgungsbedürfnisse der Patientinnen, ihre Ressourcen und Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem die Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten beeinflussen. In gemeinsamen Planungsrunden mit Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich und betroffenen Patientinnen werden Empfehlungen entwickelt, wie die Gesundheitsversorgung für chronisch kranke Migrantinnen verbessert werden kann.

Hintergrund / Ausgangslage

Die Schweiz verfügt über eines der besten Gesundheitssysteme in Europa. Dennoch ist der Zugang zur Gesundheitsversorgung für verschiedene Bevölkerungsgruppen eingeschränkt. So nutzen Migrantinnen einige Versorgungsangebote (z.B. Früherkennungsmassnahmen) seltener als die übrige Bevölkerung, obwohl sie häufiger unter chronischen Krankheiten leiden. Bis heute sind die praktischen Erfahrungen der betroffenen Patientinnen nur selten in die Problembeschreibung eingeflossen und die Frauen selber sind auch kaum an der Erarbeitung von Lösungsansätzen beteiligt.

Ziele

Ziel der Studie ist es, aufzeigen, wie chronisch kranke Migrantinnen das Schweizer Gesundheitssystem erleben, verstehen, interpretieren und nutzen. Unter Einbezug von betroffenen Patientinnen werden neue Ansätze für einen verbesserten Zugang zur Gesundheitsversorgung entwickelt.

Bedeutung / Anwendung

Die Studie liefert einen Beitrag, um die Strukturen der Gesundheitsversorgung für Migrantinnen zu verbessern und deren Zugang zu Versorgungsangeboten zu fördern. Die Ergebnisse können in die akademische Lehre der Humanmedizin, der Sozial- und Gesundheitswissenschaften sowie in die berufspraktische Ausbildung der Medizin und der Sozialarbeit einfliessen.

Originaltitel

Migrant Women’s Health Care Needs for Chronic Illness Services in Switzerland (MIWOCA)

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Prof. Dr. Dr. Thomas Abel, Institut für Sozial- und Präventivmedizin, Universität Bern

Projektpartnerinnen und -partner:

  • Dr. Annika Frahsa, Institut für Sportwissenschaft, Universität Tübingen
  • Prof. Sibel Sakarya, School of Medicine, Koç University, Istanbul
  • Prof. Sandro Cattacin, Département de Sociologie, Faculté des Sciences de la Société, Université de Genève

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. Dr. Thomas Abel Universität Bern
Institut für Sozial- und Präventivmedizin
Finkenhubelweg 11 3012 Bern +41 31 631 35 12 thomas.abel@ispm.unibe.ch

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