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28 Impfskeptische Eltern und Ärzte in der Schweiz

 

Eine zunehmende Zahl von Eltern in der Schweiz impft ihre Kinder nur teilweise, später als empfohlen oder gar nicht. Dies führt zu einer Unterversorgung der Bevölkerung, denn Impfungen gelten als wirksam und sicher.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

Impfskeptische Eltern und Komplementär- bzw. Alternativmediziner sowie impfbefürwortende Eltern und Schulmedizinerinnen werden vertieft zu ihrer Impfeinstellung und ihren Beweggründen befragt. Basierend darauf sowie auf bereits publizierten Untersuchungen wird eine telefonische Befragung von 600 Eltern, die schulmedizinische Praxen aufsuchen, sowie von 300 Eltern, die Alternativ- bzw. Komplementärmedizinerinnen konsultieren, durchgeführt. Die Ergebnisse werden genutzt, um eine Intervention für impfskeptische Eltern sowie Ärztinnen und Ärzte zu entwerfen.

Hintergrund / Ausgangslage

Eine wachsende Zahl von Personen zweifelt die Sicherheit, die Wirksamkeit und den Nutzen von Impfungen an. Diese Impfskepsis führt zu einer zu geringen Durchimpfungsrate der Bevölkerung, erhöht das Risiko für Krankheitsausbrüche und gefährdet vulnerable Personen. Zudem kann chronischen Krankheiten wie beispielsweise Feigwarzen und Gebärmutterhalskrebs nicht optimal vorgebeugt werden, wenn auf die entsprechende Impfung verzichtet wird. Bisher wurde kaum untersucht, welche Faktoren Eltern bei ihrem Entscheid, ob und wie sie ihr Kind impfen, beeinflussen.

Ziele

Ziel der Studie ist es, die Gründe für die Impfskepsis bei Eltern sowie Ärztinnen und Ärzte besser zu verstehen. Insbesondere soll die Perspektive von Eltern, welche komplementär- bzw. alternativmedizinische Praxen aufsuchen, berücksichtigt werden. Zudem soll eine Annäherung der komplementär- bzw. alternativmedizinisch und schulmedizinisch tätigen Ärzte ermöglicht werden.

Bedeutung / Anwendung

Die Studie trägt dazu bei, die soziokulturellen Einflussfaktoren auf die individuelle Impfentscheidung besser zu verstehen. Auf der Grundlage unserer Studienergebnisse werden wir Interventionen zur Förderung von Impfverständnis, Kommunikation und Impfberatung für Ärztinnen und Ärzte, Eltern und Jugendlichen in der Schweiz planen und durchführen.

Originaltitel

Determinants of vaccine hesitancy and under-immunization with childhood and Human Papilloma Virus vaccines in Switzerland

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Prof. Dr. med. Philip Tarr, Medizinische Universitätsklinik, Kantonsspital Baselland

Weitere Gesuchstellende:

  • Dr. Christoph Berger, Immunologie, Kinderspital Zürich
  • Dr. Andreas Zeller, Institut für Hausarztmedizin, Universität Basel
  • Prof. Claudine Burton-Jeangros, Département de Sociologie, Faculté des Sciences de la Société, Université de Genève

Projektpartnerinnen und -partner:

  • Mirjam Mäusezahl, Abteilung Übertragbare Krankheiten, Direktionsbereich Gesundheitspolitik, Bundesamt für Gesundheit (BAG)
  • Dr. Constanze Pfeiffer, Department of Public Health, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH), Basel
  • Dr. Thomas Zumbrunn, Clinical Trial Unit, Universitätsspital Basel

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Prof. Dr. med. Philip Tarr Co-Chefarzt Medizinische Universitätsklinik
Leiter Infektiologie und Spitalhygiene
Kantonsspital Baselland
4101 Bruderholz +41 61 436 2212 philip.tarr@unibas.ch

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