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22 Verbesserte Medikation bei chronisch Kranken dank elektronischen Entscheidungshilfen

 

Mehrfachkranke nehmen oft zu viele oder ungeeignete Medikamente ein. Anhand dieser Studie soll ermittelt werden, ob elektronische Entscheidungshilfen für Hausärzte eine Verbesserung der Medikation und der Lebensqualität der Betroffenen herbeiführen.

Porträt / Projektbeschrieb (laufendes Forschungsprojekt)

40 Hausärztinnen und Hausärzte werden entweder der Interventions- oder der Kontrollgruppe zugewiesen. In der Interventionsgruppe erhalten die Ärzte eine elektronische Entscheidungshilfe zur Unterstützung, die Kontrollgruppe arbeitet wie zuvor ohne. Die Ärztinnen entscheiden jeweils gemeinsam mit ihren Patientinnen und Patienten, ob sie die vorgeschlagenen Medikationsänderungen annehmen wollen oder nicht. Nach einem Jahr werden die Wirksamkeit der verschriebenen Medikamente, die Nutzung von Gesundheitsdienstleistungen (z.B. Spitalaufenthalt, Besuch der Notfallstation usw.), die Häufigkeit von Stürzen, die Lebensqualität und die Kosten in beiden Gruppen miteinander verglichen. Es wird auch untersucht, welche Faktoren die Einführung einer solchen Entscheidungshilfe in den Praxen begünstigen und welche nicht.

Hintergrund / Ausgangslage

Ältere Menschen leiden oft an mehreren chronischen Krankheiten und nehmen deshalb viele Medikamente ein. Hausärztinnen und Hausärzten fehlt meist die Zeit, die Medikamentenlisten ihrer Patientinnen und Patienten systematisch durchzugehen. Überflüssige oder ungeeignete Medikamente sowie Fehler bei der Einnahme sind jedoch mit grösseren Gesundheitsrisiken und höheren Kosten verbunden. Elektronische Entscheidungshilfen können Hausärzte bei der Überprüfung der verschriebenen Medikamente unterstützen und unerwünschte Nebenwirkungen einschränken.

Ziele

Im Rahmen einer Studie wird die Wirksamkeit elektronischer Entscheidungshilfen überprüft. Ausserdem kann anhand einer qualitativen Studie die Integration dieser Entscheidungshilfen in die Hausarztpraxen untersucht werden.

Bedeutung / Anwendung

Die Entscheidungshilfen sollten zur Optimierung der Medikation von Patientinnen und Patienten mit chronischen Krankheiten beitragen, ihre Lebensqualität verbessern und die Kosten senken. Lässt sich die Wirksamkeit belegen, könnten sie in allen Arztpraxen eingeführt werden.

Originaltitel

Optimising pharmacotherapy In the multimorbid elderly in primary care: a cluster randomised controlled trial (the OPTICA trial)

Projektverantwortliche

Hauptgesuchsteller:

  • Dr. Sven Streit, Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM), Universität Bern

Weitere Gesuchstellende:

  • Prof. Dr. med. Nicolas Rodondi, Berner Institut für Hausarztmedizin, Universität Bern
  • Prof. Matthias Schwenkglenks, Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention, Universität Zürich

Projektpartner:

  • Dr. Marco Spruit, Department of Information and Computing Sciences, Utrecht University
  • Dr. Sven Trelle, Clinical Trials Unit (CTU) Bern, Departement Klinische Forschung, Universität Bern
  • Dr. Gerhard Schilling, Institut für Praxisinformatik (IPI)

 

 

Weitere Informationen zu diesem Inhalt

 Kontakt

Dr. med. Sven Streit Leiter Nachwuchs & Vernetzung Hausärzte
Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM)
Universität Bern
Gesellschaftsstrasse 49 3012 Bern +41 31 631 58 75 sven.streit@biham.unibe.ch

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